Unsere Geschichte
Es begann alles vor etwa zwei Jahrhunderten
1831
Gründung des Dépôt de la Guerre
Das NGI gibt es offiziell erst seit 1976, aber seine Geschichte beginnt bereits im Jahr 1831. Damals gründet die Armee das Dépôt de la Guerre (DLG) mit einem klaren Auftrag: die Armee mit hochwertigem Kartenmaterial zu versorgen (denn die Niederländer hatten so ziemlich alles mitgenommen!).
Beschluss zur Einrichtung des DLG, 1831. Quelle: NGI-Sammlung.
Garnisonskarte von Belgien − eine der ersten Karten der DLG, 1832. Quelle: NGI-
Sammlung.
Probeexemplar der ersten topografischen Karte im Maßstab 1:80.000, 1834. Quelle: War
Heritage Institut-Sammlung.
1843
Anfertigung von Grenzkarten
Nach der Unabhängigkeit Belgiens nimmt das DLG an den Grenzverhandlungen mit den Niederlanden und Luxemburg teil. Die vereinbarten Grenzen werden daraufhin vom DLG sorgfältig kartiert. Dadurch erhält Belgien im Jahr 1843 weitgehend seine heutige Gestalt.
Karte Nr. 5 des Grenzverlaufs zwischen dem Großherzogtum Luxemburg und Belgien,
1843. Quelle: Archives nationales de Luxembourg.
Vertrag von London: die Aufteilung Luxemburgs zwischen Belgien und den Niederlanden,
1839. Quelle: Nationales Archiv der Niederlande.
1851
Grundlagen des geodätischen Netzes
In Lommel und Ostende messen die Offiziere zwei geodätische Grundlagen nach der Bonne-Projektion. Diese Messungen sind der Ausgangspunkt für die Triangulation des gesamten Landes. Diese Arbeit wird nicht hinter einem Schreibtisch, sondern auf hohen Holzgerüsten erledigt.
Karte Triangulation Belgien erster Ordnung, 1875. Quelle: NGI-Sammlung.
Vermessung aus der Höhe, Foto von 1925. Quelle: NGI-Sammlung.
1854
Verkleinerung der Katasterpläne
Die Offiziere des DLG verkleinern zwischen 1847 und 1854 die detaillierten Katasterpläne aller 2532 belgischen Gemeinden auf den Maßstab 1:20.000. Vor Ort ergänzen sie diese durch lokale topografische Elemente. Die aktualisierten Pläne werden später die Grundlage für die ersten topografischen Karten bilden.
Verkleinerter Katasterplan Namur, 1850. Quelle: NGI-Sammlung.
Pantograf, Werkzeug zur Verkleinerung einer Karte. Quelle: Kupferstich von Robert
Bénard, 1763.
1878
Umwandlung in das Militärkartographische Institut
Aus dem Dépôt de la Guerre wird das Militärkartographische Institut (Militair Cartografisch Instituut, MCI). Es handelt sich nicht mehr um eine Armeeabteilung, sondern um eine unabhängige Institution, die dem Minister der Landesverteidigung untersteht. Der neue Hauptsitz? Die stattliche Abtei Ter Kameren − ein Ort, an dem das NGI bis zum Jahr 2020 bleiben wird.
Das MCI auf dem Gelände der Abtei La Cambre, Karte „Brüssel und seine Umgebung“,
1893. Quelle: NGI-Sammlung.
Postkarte mit einer Luftaufnahme des Standorts Abtei La Cambre, Datum unbekannt.
Quelle: NGI-Sammlung.
Luftaufnahme des Standorts Abtei La Cambre mit dem Eingang zum MCI, Datum
unbekannt. Quelle: NGI-Sammlung.
1880
Erste topografische Karte von Belgien
20 Jahre nach Beginn des Projekts ist sie endlich fertig: die allererste topografische Karte von Belgien. Es war ein langsamer, mühsamer Prozess. Zwischen 1860 und 1873 hielten Vermesser jeden kleinen Hügel, jeden Bach und jedes Dorf auf Papier fest. Die Karte wurde in den Maßstäben 1:20.000 (farbig) und 1:40.000 (schwarz-weiß) veröffentlicht.
Gent auf einem Ausschnitt aus der topografischen Karte 1:20 000, 1863. Quelle: NGI-
Sammlung.
1914
Besetzung durch die Deutschen
Die deutschen Truppen nehmen die Abtei Ter Kameren ein, woraufhin das MCI für Kriegszwecke genutzt wird. Nach Kriegsende gewinnt Belgien an Größe: Die Ostkantone werden angegliedert, was etwa 18 neuen Kartenblättern für die topografische Karte 1:20.000 entspricht.
Kartografen bei der Arbeit, vermutlich während des Ersten Weltkriegs. Quelle: NGI-
Sammlung.
Die Deutschen besetzen das MCI auf dem Gelände der Abtei La Cambre, 1914. Quelle:
NGI-Sammlung.
Arbeitsplatz eines Kartographen, vermutlich während des Ersten Weltkriegs. Quelle: NGI-
Sammlung.
1936
Experimente mit Luftbildaufnahmen zwischen zwei Kriegen
Nach dem Krieg stehen wieder Ressourcen und Finanzmittel für Experimente zur Verfügung: Der Dienst Photogrammetrie wird gegründet und eine Kameraausrüstung wird angeschafft. Leider verschwindet dieses wertvolle Material während des Zweiten Weltkriegs.
Luftaufnahme des Kamp van Beverlo, Leopoldsburg,1922. Quelle: NGI-Sammlung.
Luftaufnahme mit Notizen des Kamp van Beverlo, Leopoldsburg, 1922. Quelle: NGI-
Sammlung.
1947
Gründung des Militärgeographischen Instituts
Das Institut ändert erneut seinen Namen: von Militärkartographisches Institut zu Militärgeographisches Institut (Militair Geografisch Instituut, MGI). Das Aufgabenspektrum erweitert sich und der Ansatz wird wissenschaftlicher. Das Organigramm wird geändert und die Zahl der Mitarbeitenden steigt auf 723.
Mitarbeiter bei der Arbeit im Zeichensaal. Quelle: NGI-Sammlung.
Ein Mitarbeiter prüft die Korrekturabzüge aus der Druckmaschine. Quelle: NGI-Sammlung.
Mitarbeiter bei der Arbeit im Zeichensaal. Quelle: NGI-Sammlung.
1957
Wissenschaftliche Expeditionen in die Antarktis
Im Jahr 1957, dem Internationalen Jahr der Geophysik, nimmt ein Kollege des MGI an der belgischen Expedition in die Antarktis teil. In der eisigen Kälte nimmt er Messungen vor und hilft bei der Kartierung dieses Teils der Welt. Es folgen fünf weitere Expeditionen und im Jahr 1967 wird die belgische König-Baudouin-Basis errichtet.
Snowcat mit belgischer Flagge von einer der Antarktisexpeditionen, 1964 - 1970. Quelle:
Wikipedia.
Die Belgica, das Schiff der ersten belgischen Antarktismission unter der Leitung von A. de
Gerlache, 1898. Quelle: Wikipedia.
1970
Neue topografische Karte auf der Grundlage von Luftaufnahmen
Zum ersten Mal wird eine neue topografische Karte von Belgien auf der Grundlage von Luftaufnahmen erstellt. Das Projekt beginnt im Jahr 1955 und wird 1970 abgeschlossen. Das Ergebnis: Karten im Maßstab 1:25.000 und 1:50.000, die ein viel detaillierteres und aktuelleres Bild des Landes bieten.
Kartenblatt 31/3-4 Bruxelles-Zaventem im Maßstab 1:25.000, 1959. Quelle: NGI-
Sammlung.
Kartenblatt 31 Bruxelles im Maßstab 1:50.000, 1974. Quelle: NGI-Sammlung.
1976
Umwandlung in das Nationale Geographische Institut
Am 8. Juni 1976 wird das Militärgeographische Institut in das Nationale Geographische Institut (NGI) umgewandelt. Es wird nicht mehr zwischen militärischem und zivilem Personal unterschieden, die Aktivitäten werden jedoch fortgesetzt.
Auszug aus dem Amtsblatt des Gesetzestextes zur Gründung des NGI vom 8. Juni 1976.
Quelle: NGI-Sammlung.
Pressekonferenz zur Gründung des NGI mit dem Minister der Landesverteidigung Paul
Vanden Boeynants, 1976. Quelle: NGI-Sammlung.
1980
Digitale Revolution
Hallo, Computer! Das NGI setzt voll und ganz auf die digitale Innovation. Durch die Einführung von Computern markiert den Beginn der Digitalisierung und Automatisierung des Produktionsprozesses.
Der Beginn der Digitalisierung im NGI. Quelle: NGI-Sammlung.
Der Beginn der Digitalisierung im NGI. Quelle: NGI-Sammlung.
1994
Erste digital erstellte topografische Karte von Belgien
Eine Premiere: Die neue topografische Karte, in den Maßstäben 1:10.000 und 1:20.000, wird vollständig digital erstellt. Die Karten können im Shop des NGI in der Louisalaan gekauft werden.
Kartenblatt Brüssel der digitalen topographischen Karte im Maßstab 1:20.000, 1994.
Quelle: NGI-Sammlung.
Das NGI-Geschäft in der Louizalaan. Quelle: NGI-Sammlung.
Das NGI-Geschäft in der Louizalaan. Quelle: NGI-Sammlung.
2013
Entwicklung von CartoWeb
CartoWeb.be ist ein kostenloser Webservice (WMTS/WMS), der Kartendarstellungen in elf verschiedenen Maßstäben (1:2.500 bis 1:4.000.000) bietet und speziell für die Bildschirmansicht konzipiert wurde. Mit CartoWeb.be kann jeder über das Internet auf unsere aktuellen topografischen Daten zugreifen. Anklicken und fertig.
TopoMapViewer, https://topomapviewer.ngi.be/. Quelle: Erstellt durch das NGI.
2016
Einführung von BeGeo
Das NGI lanciert BeGeo: die Konferenz und Messe, auf der Behörden, Unternehmen und Forschende aus dem belgischen Geosektor zusammenkommen. Mittlerweile ist BeGeo der Treffpunkt für alle, die sich für Geodaten interessieren. Damit unterstreicht das NGI seine wachsende Rolle als Geobroker: eine Drehscheibe für Wissensaustausch, Zusammenarbeit und Innovation.
BeGeo Ausstellungsfläche 2024. Quelle: NGI-Sammlung.
Laureaten BeGeo Awards 2024, Replay. Quelle: NGI-Sammlung.
2020
Umzug zur Königlichen Militärschule
Nach fast anderthalb Jahrhunderten in der Abtei Ter Kameren zieht das NGI um. Der neue Standort? Das Gelände der Königlichen Militärschule (KMS) in Brüssel. Ein Neuanfang bei gleichzeitiger Stärkung der Zusammenarbeit mit dem Landesverteidigungsbereich. Auch im Internet tut sich einiges, und das NGI erhält ein neues, frisches Corporate Design.
Neue NGI-Gebäude von Jeroen Vranckaert. Quelle: NGI-Sammlung.
Einweihung der neuen NGI-Gebäude durch die damalige Ministerin der
Landesverteidigung Ludivine Dedonder. Quelle: NGI-Sammlung.
Neue NGI-Gebäude von Jeroen Vranckaert. Quelle: NGI-Sammlung.
2026
50 Jahre NGI
Hurra! Das NGI bläst 50 Kerzen aus. Wir werden dieses Jubiläum mit einem festlichen Veranstaltungsprogramm, neuen Veröffentlichungen und vielem mehr feiern.
Übrigens wird das Jahr 2026 nicht nur für das NGI ein besonderes Jahr, auch unsere Partner feiern große Meilensteine. So feiern wir das 100-jährige Bestehen der Toponymiekommission (seit 1926) und das 200-jährige Bestehen des Königlichen Observatoriums von Belgien (seit 1826). Das Jahr 2026 markiert außerdem den 300. Geburtstag des Kartographen Ferraris (1726).
Wir blicken in diesem Jahr nicht nur zurück, sondern schmieden bereits viele Pläne für die Zukunft. Denn wir freuen uns auf weitere 50 Jahre. Das Beste liegt noch vor uns!
Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des NGI wurde ein spezielles Logo entwickelt. Quelle:
NGI-Sammlung.