Dieser Atlas, bestehend aus 275 handgezeichneten und kolorierten Karten von Ferraris aus dem Jahr 1777, bietet Ihnen einen Einblick in die historische Landschaft der Österreichischen Niederlande und des Fürstbistums Lüttich.
Die Ferraris-Karte, die unter der Leitung des Grafen Joseph Jean François de Ferraris entstand, ist eine Karte der österreichischen Niederlande und des Fürstbistums Lüttich aus dem Jahr 1777. Dieses Gebiet entspricht weitgehend dem heutigen Belgien, wodurch die Ferraris-Karte de facto die erste großformatige Karte Belgiens darstellt.
De Ferraris erstellte zwei Karten. Die erste wurde Carte de cabinet oder Kabinettskarte genannt und durfte nur vom Kabinett und seinen Ministern und Generälen verwendet werden. Es handelte sich um eine äußerst detaillierte und handgezeichnete Karte im Maßstab 1:11.520. Die zweite Karte war die Carte marchande oder Carte chorographique, eine weniger detaillierte und gedruckte Karte im Maßstab 1:86.400. Diese Karte war für die breite Öffentlichkeit bestimmt und sollte einen Teil der Kosten für die Kartierung wieder hereinholen.
Von der Kabinettskarte wurden drei Exemplare angefertigt: eines für den Kaiser, eines für die Hofkanzlei in Wien und eines für Karl von Lothringen. Letztere wurde 1922 im Rahmen der Nachkriegsverhandlungen an Belgien zurückgegeben. Sie befindet sich heute in der Königlichen Bibliothek von Belgien und bildete die Grundlage für die Karten dieses Atlasses.